Die drei BIK-Kitas Entdeckerland, Tausendfuß und Spielhaus haben zur Aktionswoche „Mahlzeit! So kocht Sachsen“ gezeigt, wie sich Ernährungsbildung und Regionalität verbinden lassen.
Bratapfel aus eigenem Anbau mit Vanillesoße und gerösteten Mandeln: Das gab es in den drei Kitas Entdeckerland, Villa Tausenfuß und Spielhaus zur Aktionswoche „Mahlzeit! So kocht Sachsen“.
Miriam Spitalsky, pädagogische Geschäftsführerin des BIK e.V., hat uns im Nachgang erzählt, was zur Aktionswoche in den drei Einrichtungen passiert ist und wie Eltern auf die Veränderungen im Speiseangebot reagieren:
Wie lief die Aktionstag in Ihren drei Kitas? Und wie kam der Aktionstag bei den Kindern an?
Alle drei Kitas haben aus dem Aktionstag gleich eine Apfel-Aktionswoche gemacht und zusammen mit den Kindern alles „rund um den Apfel“ erkundet. Ob das verschiedene Apfelsorten, Gerichte, Geschichten, Bilder oder Materialien zum Apfel waren – für jedes Kind war etwas dabei.
Der Bratapfel mit Vanillesoße kam aus eigener Ernte. Haben Sie Ihre Äpfel schon häufiger in Ihren Gerichten verwendet, oder war das eine Premiere?
Zur Erntezeit werden regelmäßig Früchte aus Spenden zum Beispiel aus den umliegenden Gärten verwendet. Im letzten Jahr war auch eine mobile Saftpresse im Einsatz. Aus der Ernte konnten die Kinder über ein halbes Jahr eigenen Apfelsaft genießen. Auch rosa Apfelmus und Kuchen kamen schon auf den Tisch.
Welche neuen Impulse haben Sie und Ihr Team aus dem Küchentraining von Stadt-Land-Küche mitgenommen – sei es in der Zubereitung, Planung oder Teamarbeit?
Veränderungen stellen immer erst einmal eine Herausforderung dar. Sich von Gewohnheiten zu verabschieden und neue Dinge zu probieren braucht Mut und Zeit. In der Zubereitung wurde mehr auf frische Zutaten gesetzt, die natürlich anders verarbeitet werden als vorgefertigte Produkte. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Arbeit im Team bezüglich Absprachen und Abläufen. Bei der Planung wurde auf den höheren Anteil von Bio-Produkten geachtet. Hier war die Veränderung bei den Lieferanten herausfordernd und wir haben festgestellt, dass die Anbieter im Raum Chemnitz noch Entwicklungspotential haben.
Was hat sich durch die Teilnahme am Training im Küchenalltag verändert? Gibt es neue Routinen oder Ideen, die Sie beibehalten wollen?
Für frische saisonale Küche braucht es enge Absprachen im Team untereinander und manche Zubereitungen müssen verändert werden. Einige Rezepte und Abläufe haben sich bewährt und werden auch nach dem Training beibehalten.
Haben die Kinder oder die Eltern die Veränderungen in der Küche bemerkt und haben Sie Rückmeldungen dazu bekommen?
Wir haben festgestellt, dass Kinder offen sind für neue Gerichte, es zum Teil aber auch die Freiheit braucht Dinge auszuprobieren und anzupassen. Die Eltern haben manchmal mehr Schwierigkeiten sich an die Veränderung zu gewöhnen. Aber Eltern, die neu in die Kita kommen, sind von den Angeboten unserer Küche meist sehr angetan.
Gab es einen Moment während der Zusammenarbeit mit Stadt-Land-Küche, an dem Sie besonders stolz auf Ihre Arbeit waren?
Ich habe mich gefreut, dass die Küchenkräfte nach anfänglicher Skepsis neue Dinge ausprobiert haben und manchmal auch selbst überrascht wurden, was die Kinder gut angenommen haben. Mit unseren Küchen haben wir die Chance den Kindern eine gute und gesunde Ernährungsweise zu zeigen. Durch die Teilnahme bei Stadt-Land-Küche konnte auch bewiesen werden, dass gutes Essen nicht zwangsläufig teuer sein muss – es kommt auf das Handwerk an, das unsere Küchenkräfte beherrschen.
Wie hat die Unterstützung durch Stadt-Land-Küche Sie als Team motiviert oder bestärkt, den Weg weiterzugehen?
Unser Motto „Entdecken lassen – Ausprobieren dürfen – Selber machen“ soll sich durch alle Bereiche unserer Kitas ziehen. Es zeigt sich, dass es Mut zur Veränderung braucht und man als Lohn zufriedene Kinder, Eltern und Kollegen bekommt. Der Wert von gutem Essen in der Kita sollte nicht unterschätzt werden, denn Essen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Kinder, die vom Essen aus ihrer Kita-Küche auch viel später noch schwärmen, zeigen uns wie prägend die Zeit ist. Die Teilnahme an Stadt-Land-Küche hat gezeigt, dass auch andere Gemeinschaftsküchen auf dem Weg sind, etwas zu verändern.
Foto: Nils Böddingmeier
Erschienen am 5. Dezember 2025