In der Diakonie Herrnhut hieß es am 20. Oktober „Mahlzeit! So kocht Sachsen“. Im Rahmen der gleichnamigen Aktionswoche kochte das Küchenteam um Küchenleiter Sebastian Neuke ein bio-regionales Mittagessen und rückte damit die Weiterentwicklung des Speiseangebots in den Mittelpunkt.
Seit Mai 2025 nimmt die Diakonie Herrnhut am Küchentraining von Stadt-Land-Küche teil, mit dem Ziel, den Anteil regionaler und biologischer Zutaten zu erhöhen und Abläufe im Küchenalltag nachhaltiger zu gestalten. Täglich versorgt das Team rund 500 Personen, darunter Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler, Senioren sowie Hospizbewohner. Zusätzlich bietet die Diakonie den Service „Essen auf Rädern“ an.
Zur Aktionswoche „Mahlzeit! So kocht Sachsen“ stand eine Weiße Lasagne mit Linsen und regionalem Gemüse von der Gärtnerei Fritsche in Zittau auf dem Speiseplan. Durch die Kombination aus Linsen, Lauch, Rüben und frischen Kräutern zeigte das Küchenteam, wie kreativ sich Hülsenfrüchte in der Großküche einsetzen lassen und dass regionale Zutaten auch in größeren Küchenstrukturen funktionieren. Am Vormittag wurden die ersten Portionen per cook & hold an andere Einrichtungen der Diakonie ausgeliefert, bevor in der eigenen Ausgabe die Mittagsgäste versorgt wurden. Unterstützung bei den Vorbereitungen erhielt das Team um Sebastian Neuke dabei von Stadt-Land-Küche-Küchentrainer Falco Rösner. Insgesamt bereitete das Team rund 250 Portionen zu – mit großem Erfolg: Die Lasagne kam bei Gästen und Mitarbeitenden sehr gut an. Auch Bürgermeister Willem Riecke, der die Aktion persönlich besuchte, war begeistert.
Für das Team war der Aktionstag eine Gelegenheit, das Wissen und die Erfahrungen aus sechs Monaten Küchentraining in der Praxis anzuwenden. Sie konnten zeigen, wie abwechslungsreich regionale und bio-regionale Produkte in der Gemeinschaftsgastronomie eingesetzt werden können.
Wie sich das Küchenteam auf die Aktionswoche vorbereitet hat und welche Veränderungen durch die Zusammenarbeit mit Stadt-Land-Küche bereits spürbar sind, darüber haben wir im Anschluss an den Aktionstag mit Küchenleiter Sebastian Neuke gesprochen:
Du und dein Küchenteam habt in der Aktionswoche Weiße Lasagne mit bio-regionalem Gemüse und Linsen gekocht. Wieso habt ihr euch für dieses Gericht entschieden?
Ich fand es sehr spannend, ein doch sehr mediterran geprägtes Gericht mit heimischem Gemüse und Hülsenfrüchten neu zu interpretieren. So konnten sich auch die Seniorinnen und Senioren in unserem Kundenstamm mit dem Gericht identifizieren, da es gerade dort schwierig ist die Menschen für neue Speisen zu begeistern.
Wie haben eure Tischgäste die Weiße Lasagne angenommen? Gab es besondere Rückmeldungen?
Gerade bei uns im Speisesaal haben wir Kunden von 15 bis über 80 Jahren. Alle mit denen ich ins Gespräch kommen konnte, haben ein durchweg positives Feedback zum Gericht gegeben.
Welche Erfahrungen aus dem Küchentraining waren für dich und dein Team im Alltag besonders wertvoll, zum Beispiel beim Einkauf, bei der Speiseplanung oder im Umgang mit regionalen Produzenten?
Zuallererst ist es natürlich erstaunlich, wie viele kleine Unternehmen bei uns in der Region wirklich in der Lage sind, auch mit den Anforderungen einer Großküche zurecht zu kommen. Oft denkt man, dass gerade die kleinen Landwirtschaftsbetriebe ihre Waren nur im Umfang eines Wochenmarktes oder für einen Hofladen produzieren können und wollen. Auch bei den Preisen der Produkte können viel kleine Betriebe mit den „Großen“ mithalten. Für uns ist es schön, dass die regionalen Partner unkompliziert auf unsere Wünsche eingehen und auch bei Engpässen schnell reagieren können.
Welche Veränderungen konntest du mit der Unterstützung von Stadt-Land-Küche bereits anstoßen?
Wir konnten unser Angebot im Speiseplan durch viele neue Ideen ergänzen. Natürlich darf man dabei auch nicht außer Acht lassen, dass durch viele neu erlernte Kniffe auch die Lebensmittelkosten für bestehende Gerichte gesenkt werden konnten.
Was nimmst du langfristig aus der Aktionswoche und dem Küchentraining mit?
Für die Zukunft nehme ich mit, dass es sich durchaus lohnt, Zeit in die Suche nach neuen Geschäftspartnern in der Region zu investieren. Außerdem ist es wichtig, seine Speisen aus vielen und vor allem neuen Blickwinkeln zu betrachten, um die Speisen gesünder, nachhaltiger und attraktiver zu gestalten, ohne dabei seine eigenen finanziellen Möglichkeiten aus den Augen zu verlieren.
Was willst du anderen Küchen über die Teilnahme am Küchentraining und der Aktionswoche gerne mit auf den Weg geben?
Ich kann den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Küchen nur ans Herz legen, sich dem Programm anzuschließen. Das Team von Stadt-Land-Küche bringt viele neue Ideen und Innovationen mit und man bekommt die Möglichkeit, tiefer in das Thema Nachhaltigkeit und Bio-Regionalität einzutauchen. Ich bereue es nicht, mich auf das Abenteuer eingelassen zu haben. Vielen Dank für eure Unterstützung und Geduld mit uns.
Fotos: Nils Böddingmeier
Erschienen am 5. Dezember 2025