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Ein letzter Praxistag

Artikel — Aus der Küche

Die Montessori-Schule Huckepack steht am Ende der Küchenberatung. Durch viel Handarbeit, angepasste Speisepläne und Gerichte hat das Küchenteam um Silke Krems den Bio-Anteil um rund 15 Prozent erhöhen können. Und auch der Regio-Anteil liegt kurz vor Ende der Beratung bei 23 Prozent.

100 Portionen Bohnenpower

Unter Anleitung von Küchentrainer Falco Rösner kocht das Küchenteam der Montessori-Schule Huckepack beim letzten Praxistag einen gebackenen Bohnenauflauf mit Roter Bete. Ein farbenfrohes, nahrhaftes Mittagessen für alle Kinder. Parallel entstehen Probierportionen einer veganen Kapernsauce mit Sonnenblumenhack und pinken Zwiebeln. Für das Team kommen zusätzlich frisch gebackene Blech-Dampfnudeln aus dem Ofen.

Küchenchefin Silke arbeitet seit 30 Jahren in der Schulküche. Ihr Wunsch, mehr Routine im pflanzlichen Kochen zu entwickeln, hat die Beratung begleitet. Heute zeigt sich: Genau das ist gelungen. Die neuen Rezepte funktionieren und sie kommen sogar richtig gut an. Einige Kinder holen sich sogar eine zweite Portion.

Ein Team, das zusammenarbeitet

Wer die Küche betritt, merkt sofort, wie eingespielt das Küchenteam ist. Die Handgriffe sitzen, Aufgaben werden ohne große Abstimmung verteilt und auch der Umgang mit den Kindern ist vertraut. Namen, Vorlieben und Unverträglichkeiten sind bekannt. Die Kinder laufen in Hausschuhen durch die Mensa.

Drei Schülerinnen und Schüler helfen außerdem in der Küche mit. Sie bereiten Hefeklöße für den nächsten Tag vor und unterstützen bei der Ausgabe des Mittagessens. Das schafft Wertschätzung für die tägliche Arbeit in der Küche und stärkt den Austausch zwischen Kindern und Küchenteam.

Handwerk und kleine Kniffe

Ein Praxistag schult das Kochhandwerk des Küchenteams. Zum Abschluss des Küchentrainings geht es heute auch um Gewürze. Falco spricht mit dem Team über deren geschmackliche Wirkung in pflanzenbasierten Gerichten. Die Basis für den heutigen Auflauf bilden Knoblauch, Zwiebeln, Bohnen, Möhren und Rote Bete. Geräucherte Paprika und selbst hergestelltes Salzgemüse sorgen für Tiefe im Geschmack. Die Masse wird anschließend im Wechsel mit Semmelbröseln und Béchamelsauce geschichtet.

Für Kinder mit Allergien wird eine Variante mit Sonnenblumenkernen statt Semmelbröseln vorbereitet. Und wenn etwas übrigbleibt? Dann wird es eingefroren und wird im nächsten Eintopf verwendet. Nachhaltigkeit, ganz praktisch.

Ein Abschluss, der Mut macht

Mit dem Praxistag endet die Beratung und gleichzeitig beginnt für das Küchenteam der Montessori-Schule eine neue Routine. Die Schule zeigt, dass pflanzenbasierte Küche nicht nur möglich ist, sondern auch Spaß macht und schmeckt. Und das bei einem kleinen Budget.

Vor allem aber hat das Team erkannt, dass neue Rezepte nicht nur funktionieren, sondern auch Freude machen können. Und Silke? Sie hat bewiesen, wie offen und neugierig man auch nach langjähriger Berufserfahrung in der Schulküche sein kann.

Fotos: Speiseräume

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