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Wie es im Fröbel-Kinderhaus „Groß und Klein“ weiterging

Artikel — Aus der Küche

Das Fröbel-Kinderhaus „Groß und Klein“ in Leipzig-Grünau hat als eine der ersten Einrichtungen im Dezember 2025 das Küchentraining von Stadt-Land-Küche abgeschlossen. Im Interview erzählt Köchin Henrike Schuderer, wie es nach der Beratung weiterging.

Henrike Schuderer und Christian Freyer kochen im Fröbel-Kinderhaus zu zweit täglich für rund 400 Kinder Frühstück, Vesper und Mittagessen. Bei Stadt-Land-Küche haben sie sich gemeldet, weil sie Lust hatten, etwas zu verändern. Ihr Ziel zu Beginn der Zusammenarbeit: die Vielfalt vegetarischer Gerichte erhöhen, den Einsatz bio-regionale Produkte steigern und gleichzeitig hochverarbeitete Produkte reduzieren. Unterstützt wurden sie dabei von Küchentrainer Falco Rösner.

Nach sechs Monaten, mehreren Koch-Workshops und Terminen mit Falco lag der Bio-Anteil bei 58 Prozent. Den Einsatz hochverarbeiteter Produkte konnte das Team halbieren und gleichzeitig das Budget durch einen Lieferantenwechsel, eine genauere Planung und mehr Kochhandwerk stabilisieren.

Wir haben Henrike Schuderer weitere sechs Monate später, nach Abschluss der Zusammenarbeit, getroffen. Im Gespräch erzählt sie uns, wie sie und Christian Feyer auch ohne Unterstützung von Falco und dem Küchentraining ihre Ziele weiter vorangetrieben haben und wie die beiden ihr Wissen an Eltern und Kinder weitergeben.

Wie ging es bei euch nach dem Abschluss weiter?

Die intensive Beratung durch Falco hat nach dem Abschluss natürlich aufgehört. Wir haben aber weiterhin Kontakt und können uns bei offenen Fragen jederzeit an ihn wenden.

Schön war auch, dass das mediale Interesse an unseren Ergebnissen hoch war. Das hat uns bestärkt, den Weg weiterzugehen. Wir haben weiter daran gearbeitet, unseren Bio-Anteil zu erhöhen und regionale Produkte in unsere Gerichte zu integrieren.

 

Wie hoch ist mittlerweile euer Bio-Anteil (im Vergleich zum Start und zum Abschluss der Beratung)?

Wir sind mit drei Prozent Bio-Anteil in die Zusammenarbeit gestartet. Zum Abschluss hatten wir mehr als 50 Prozent und zu Hochphasen sogar 58 Prozent Bio-Anteil. Aktuell sind wir im Schnitt bei 52 Prozent. Christians und mein Ziel ist es, dass wir bis zum Jahresende 60 bis 65 Prozent Bio erreichen. Dabei hilft uns der Kostenrechner, den wir von Falco bekommen haben. Wir können damit unser Einkaufsverhalten aufzeichnen und Budgetrückschlüsse ziehen. Das erleichtert uns die Kalkulation und die Vergleichbarkeit macht es möglich, dass wir in kostenintensiven Monaten trotzdem in Bio-Qualität bestellen. Andere weniger intensive Monate gleicht das aus und das sehen wir in dem Tool. Durch Stadt-Land-Küche sind wir digital geworden und der Einkauf geht viel schneller.

 

Ihr backt jetzt zunehmend selbst – welche Vorteile bringt das? Was habt ihr für neue Erfahrungen gemacht?

Es bringt eine sehr große Kostenersparnis im Gegensatz zu den Sachen, die wir draußen kaufen können. Außerdem sind die Kinder neugierig auf Neues. Es gibt dann zum Frühstück manchmal noch warmes Brot oder Brötchen mit einem Stück Butter oder Frischkäse. Das ist toll und wir müssen dann nicht zu einer der großen Backketten gehen. Wir nutzen dafür viele von euren Rezepten. Focaccia geht zum Beispiel auch superschnell und ist wirklich einfach zu machen.

 

Wie gebt ihr das Wissen aus den Koch-Workshops an Kinder und Eltern weiter?

Wir haben alle sechs Wochen ein Angebot für bis zu sechs Familien und es gibt auch Kochkurse mit Kindergartenkindern. Heute ist zum Beispiel Frühlingsgemüse das Thema. Im Workshop möchte ich zeigen, dass man daraus einfach fünf oder sechs Gerichte zubereiten kann, ohne nochmal in den Supermarkt laufen zu müssen. Möhren funktionieren z.B. herzhaft als Aufstrich. Ich kann sie aber auch raspeln und in einem Muffin verbacken, oder als Waffeln, Möhren-Kartoffelpuffer verarbeiten oder eine Möhren-Kohlrabi-Suppe kochen.

 

Möchtest du noch etwas über die Beratung von Stadt-Land-Küche sagen?

Wir wären ohne das Projekt nicht so mutig gewesen, fortlaufend neue Dinge auszuprobieren. Ohne Stadt-Land-Küche wären wir noch an dem Punkt, an dem wir damals vor der Zusammenarbeit waren. Wir schauen jetzt auch über den Tellerrand und lassen uns von anderen Küchen inspirieren. Durch den Prozess mit Falco ist diese Neugier wieder entfacht worden. Und das Schöne ist, dass unsere Kitaleitung auch hinter uns steht und uns gesagt wird „Ja, macht neue Sachen.“ Auch die Kinder finden es toll und essen jetzt mehr Gemüse.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Henrike!

Fotos: Speiseräume

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