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Französische Küche trifft Regionalität

Artikel — Aus der Küche

Wie das Leipziger Restaurant Le Petit Franz mit Stadt-Land-Küche neue Wege geht.

Fast zehn Jahre gibt es das Le Petit Franz inzwischen – und was als Idee begann, ist heute ein etabliertes Restaurant im Leipziger Westen mit gehobener französischer Küche. Hinter dem Namen steht Franz Léon Eckhardt, der den Betrieb von Anfang an aufgebaut hat. Jetzt sollen mit Unterstützung von Stadt-Land-Küche und Küchentrainer Jonas Löloff mehr regionale Produkte auf die Tische. Im Gespräch erzählt er, welche Rolle Regionalität spielt, wie die Zusammenarbeit mit Stadt‑Land‑Küche entstanden ist und weshalb Veränderung am besten gemeinsam funktioniert.

„Ich bin Franz und habe den Betrieb Le Petit Franz im Dezember bald seit zehn Jahren“, erzählt er gleich zu Beginn. Seine Rolle? Aufbau, Weiterentwicklung und stetige Verfeinerung des Konzepts. Was heute auf den Tellern landet, ist eine breiter aufgestellte, gehobene französische Küche zu fairen Preisen. Und das idealerweise mit Produkten aus der Region. „Französische Küche, am liebsten mit regionalen Zutaten – so weit wie es geht und so gut es möglich ist“, so beschreibt es Franz.

Erste Berührungspunkte mit Stadt-Land-Küche hatte Franz über Social Media, bis schließlich das Gespräch mit Jonas von Stadt-Land-Küche zustande kam. Küchentrainer Jonas erinnert sich daran: „Franz hat mich irgendwann im Dezember oder Januar angerufen und dann haben wir angefangen, über regionale Produkte zu sprechen.“

Eine gewisse Vorstellung, in welche Richtung sich Le Petit Franz entwickeln solle, hatte Franz schon zu Beginn der Zusammenarbeit mit Jonas: „Ich wusste schon vorher, in welche Richtung es gehen soll, also was ich von der Beratung zu erwarten habe. Ich war von Anfang an sehr interessiert daran, wie ich mehr Regionalität und regionale Zutaten einbinden kann. Ich wollte wissen, wo die Produkte überhaupt herkommen und wie ich sie dann in die Küche bekomme“, erzählt er.

Genau hier setzte die Beratung von Stadt-Land-Küche an: bei der Orientierung. Welche Betriebe gibt es in der Region? Welche Lieferanten passen zum Anspruch von Le Petit Franz? Und wie lässt sich das Ganze praktisch umsetzen? Jonas half dabei, neue Kontakte zu knüpfen und vernetzte Franz mit neuen Produzenten.

Erste Veränderungen und positive Resonanz

Ganz konkret hat sich seit Beginn der Zusammenarbeit bereits einiges getan. Le Petit Franz ist mit drei neuen Produzenten ins Gespräch gekommen. Beim Gut Waldland wird zum Beispiel inzwischen regelmäßiger bestellt, und auch regionale Pilze sollen bald stärker eingebunden werden.

Die Reaktionen darauf sind ermutigend: „Die Gäste nehmen das ziemlich gut auf, sobald es irgendwas Regionales gibt“, berichtet Franz. Gleichzeitig merkt er an: Regionalität wirkt nur, wenn sie auch kommuniziert wird.

Was Franz anderen Inhaberinnen, Küchen oder Gastronomen sagen würde, die Lust auf Veränderung haben, Stadt‑Land‑Küche aber noch nicht kennen? Er betont vor allem einen Vorteil: „Mit der Beratung hat man jemanden an seiner Seite, der selbst Koch ist und das Handwerk versteht. Jemanden, der das wertschätzt, was regionale Produkte darstellen“, sagt er. Jonas bringe dabei nicht nur Produzenten- oder Lieferantennamen mit, sondern hat auch gleich viele konkrete Tipps für eine gelungene Umsetzung. Dabei kann Jonas auf seine Erfahrungen aus der Kochpraxis in verschiedensten Restaurants zurückgreifen, in denen er gearbeitet hat.

Jonas selbst sieht die Zusammenarbeit mit Le Petit Franz als Paradebeispiel. Bei Franz und Martha gab es schon viel Vorwissen und einen echten Willen zur Veränderung. „Ich habe ein paar kleine ergänzende Hinweise gegeben und Franz Kontakte zu regionalen Produzenten vermittelt“, sagt Jonas.

Am Ende schlussfolgert Franz: „Wenn alle bei Stadt-Land-Küche mitmachen würden, dann würden die Betriebe besser funktionieren und die Logistik würde auf den Höchststand geraten.“ Vor allem aber gehe es darum, der regionalen Landwirtschaft den Rücken zu stärken – nicht als Trend, sondern als Haltung.

Le Petit Franz zeigt, wie französische Küche und regionale Produkte Hand in Hand gehen können. Und welchen Mehrwert regionale Kooperationen für Küchen und Landwirtschaft haben. Vielen Dank für das Gespräch, Franz!

Fotos: Speiseräume

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