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Die Neue Waldorfschule Dresden will mehr

Artikel — Aus der Küche

In der Neuen Waldorfschule Dresden wird Essen nicht nur zubereitet, es wird gelebt. Beim Praxistag probieren Küchenverantwortlicher Mathias Wolf und sein Team neue Rezepte aus.

Draußen begleitet noch Baustellenlärm den Schulalltag, einige Unterrichtsstunden müssen weiterhin in Containern stattfinden. Im Inneren erwartet die Schülerinnen und Schüler der Neuen Waldorfschule Dresden bereits ein kleines kulinarisches Highlight: der moderne, freundliche Speisesaal. Helles Holz, großzügige Fenster und viel Platz sorgen für ein einladendes Ambiente.

Für den Praxistag stehen Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan. Das Küchenteam um Mathias Wolf kocht Beancake mit Kartoffelstampf und Bratensauce: proteinreich und sättigend. Die Bratensauce entsteht unter anderem aus selbstgemachtem Salzgemüse, das aus Gemüseresten hergestellt wird. Eine clevere Methode, um Abfälle zu vermeiden und gleichzeitig den Geschmack zu verfeinern.

Offene Küche für offene Kommunikation

Während die Essensausgabe in vollem Gange ist, verfolgt Küchentrainer Falco Rösner, wie das neue Gericht bei den Jugendlichen ankommt. Mathias Wolf bleibt gelassen, schließlich hat das Team inzwischen viele Experimente hinter sich. „Wir kochen für die Kinder, nicht die Eltern“, erklärt er schmunzelnd.

Die Schulküche ist als offene Küche gebaut – ein Konzept, das perfekt zur Philosophie des Teams passt. Hier kennen alle die Köchinnen beim Namen, alle werden geduzt und der Austausch findet auf Augenhöhe statt. Auch bei Unverträglichkeiten zeigt sich die enge Verbindung zwischen Küche und Kindern: Das Team weiß genau, wer was verträgt und sorgt an jedem Tag für passende Alternativen.

Bio, saisonal und möglichst frisch

Mit einem Bio-Anteil von 89 Prozent ist die Küche der Neuen Waldorfschule Dresden bereits beeindruckend aufgestellt, doch das Team will noch mehr. Gemeinsam mit Küchentrainer Falco arbeiten Mathias Wolf und seine Kolleginnen im Rahmen des Küchentrainings daran, Fertigprodukte weiter zu reduzieren und die Speisepläne an der Saison auszurichten.

Möglich macht das vor allem die Finanzierung durch die Eltern. Ein fester Beitrag schafft Planungssicherheit und die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Täglich essen rund 550 Kinder vom Kindergarten bis zur 12. Klasse sowie etwa 100 Mitarbeiter mit und die Versorgung erfolgt nach Altersgruppen.

Hinter den Kulissen: Neue Ideen in der Entwicklung

Während draußen gegessen wird, arbeiten Mathias Wolf und Küchentrainer Falco bereits an den nächsten Rezeptideen. Heute stehen Vanillegraupen und Bulgurköfte auf dem internen Testplan. Die kleinen Probiermengen verraten schnell, wo noch nachjustiert werden muss: Die Bulgurköfte brauchen weniger intensive Gewürze, um für die Schulkinder gut geeignet zu sein.

Und dann das Thema, das mindestens genauso wichtig ist wie der Geschmack: der Name. „Bulgurköfte“ kennen viele Kinder nicht, „Bratling“ hingegen schon. Der Name auf dem Speiseplan kann darüber entscheiden, ob ein Gericht gewählt wird oder nicht.

Essen ist nicht gleich Essen

In der Neuen Waldorfschule Dresden wird Essen nicht nur zubereitet, es wird gelebt. Mit Mut zur Veränderung, wertschätzendem Miteinander und einem beeindruckenden Engagement für Qualität zeigt das Küchenteam, wie moderne Schulverpflegung aussehen kann.

Fotos: Speiseräume

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